Tagesablauf der österreichischen Beachvolleyballspieler in Kiev
Bericht von Physiotherapeutin Theresa Grath

Wer glaubt, dass die österreichischen Beachvolleyballer Benedikt und Bernhard nur Sommer, Sonne und Strand genießen, bekommt hier einen Blick hinter die Kulissen. Obwohl die Burschen meist ein Spiel, maximal aber zwei Spiele pro Tag hatten, war ihr Tagesablauf von morgens bis abends sehr straff eingeteilt.

Nach dem Frühstück um 08.00 morgens stand eine Besprechung mit Trainer Markus auf dem Plan, um die genaue Taktik für das anstehende Match festlegen zu können. Unmittelbar danach gab es eine lockere Trainingseinheit mit der gebärdensprachkompetenten Physiotherapeutin Theresa und Trainer Markus in der Nähe der Hotelanlage, um den Körper zu aktivieren und gleich am Vormittag die Finger für den runden Ball zu sensibilisieren.

Danach gab es meist eine Kleinigkeit zu essen, um gestärkt und energiegeladen die Spiele antreten zu können. Etwa zwei Stunden vor Matchbeginn machte sich das österreichische Team vollgepackt zu Fuß auf den Weg zur Beach- Volleyballanlage. Dies dauerte etwa 20 Minuten und war daher ideal zum Aufwärmen 😉 Unterwegs wurde noch ausreichend Wasser zum Trinken besorgt, da es in Kiev sehr heiß war.

Etwa 90 Min vor Spielbeginn starteten die Burschen mit einem gemeinsamen Warm Up ohne Ball, angeleitet von Theresa auf der Wiese oder am Sand. Unmittelbar danach ging es dann zum Side Court (Aufwärm- Platz für die Beachvolleyballer), wo dann gemeinsam mit Trainer Markus mit volleyballspezifischen Übungen nach und nach der Wettkampfmodus aktiviert wurde. 25 Min vor Spielbeginn wurde dann der Center Court zum weiteren Einspielen freigegeben. Ab hier sind Benedikt und Bernhard auf sich alleine gestellt, die Betreuer müssen auf der Tribüne Platz nehmen.

Damit die österreichischen Fans zu Hause immer „up to date“ waren, hat unser „Social Media Manager“ Paul während den Trainings und Spielen sowie auch abseits des Courts die Eindrücke mit der Kamera festgehalten sowie spannende Spielberichte geschrieben. An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an Paul!

Nach den Spielen ging es direkt zum Abendessen unterwegs am Markt, der sich zwischen der Volleyballanlage und dem Hotel befand. Danach wurde wieder mit Trainer Markus die absolvierten Spiele analysiert, um für den nächsten Gegner gut vorbereitet zu sein. Damit auch der Körper sich gut erholen kann und verletzungsfrei durch das Turnier kommt, wurden die beiden Sportler von Physiotherapeutin Theresa bis spät in die Nacht behandelt. Somit endete ein Tag ein Kiev meist um Mitternacht. Zum Glück haben beide die Turnierstrapazen sehr gut weggesteckt und konnten ohne Verletzungen sowie mit dem hervorragenden neunten Platz von 17 Teams die Heimreise antreten.

Es war ein wirklich gut organisiertes Turnier in einer sehr angenehmen Atmosphäre mit unglaublich spannenden Spielen. Auch abseits des Courts konnte sich das österreichische Team mit den anderen Nationen austauschen. Wir hatten eine feine Zeit in Kiev!


Berichte über die 4. EDSO-Beachvolleyball-Europameisterschaft 2018 in Kiew (Ukraine)

Fotos

Impressionen

Ergebnisse

1. Tag: Samstag, 11. August 2018:

In der Früh trafen wir am Flughafen Wien ein und unser Flieger „Austrian“ hob vormittags von Wien ab. Knapp zwei Stunden später kamen wir in Kiew an. Dort mussten wir die Uhren um eine Stunde vorstellen. Am Flughafen wurden wir vom ukrainischen Organisationsteam mit dem Kleinbus abgeholt. Unsere Unterkunft ist ein Hotelschiff, welches am drittgrößten Fluss Europas, namens Dnjepr, fest verankert ist. Dort übernachteten auch alle Beachvolleyballer sowie die Offiziellen aus den verschiedenen Nationen Europas.

Schon am Ankunftstag begann das Training für unser Beachvolleyball-Duo, welches zum Glück in den späteren Nachmittagsstunden gegen Abend stattfand.

2. Tag: Sonntag, 12. August 2018:

Nach dem ausgiebigen Frühstück mussten die Beachvolleyballer wieder am Trainingsplatz einrücken. Dieses Mal begann das Training zur Mittagszeit um 12 Uhr. Zum Glück hat der Wettergott mit uns Erbarmen gehabt und das Training konnte knapp unter 30 Grad stattfinden, wo sonst normalerweise in Österreich die „Tropentage“ herrschen.

Abends fand im Hotelschiff im vierten Stock die technische Sitzung und auch die Auslosung statt. Die Österreicher wurden in die Gruppe A ausgelost, wo sie als Gegner Ukraine 1, Polen 1 und Tschechien 2 bekamen. Die Namen der Gegner sind die beiden Ukrainer Tarasov / Poltoratskyi, die Polen Luszczewki / Patola sowie die Tschechen Zidek / Bambas.

Am Montag, um 16.45 Uhr Ortszeit treten Kurzmann / Grath am Court 1 gegen die Polen Luszczewki / Patola an. Das nächste Spiel wird schon am Dienstag gegen die Tschechen Zidek / Bambas um 12.15 Uhr durchgeführt.

3. Tag: Montag, 13. August 2018:

An diesem Tag begann die Europameisterschaft. Bevor die Eröffnungszeremonie zur Mittagszeit stattfand, gab es vormittags schon einige Wettkämpfe. Die Uhrzeit der Meisterschaft ist an diesem Tag ausnahmsweise etwas später als an anderen Tagen, denn es wurde ein Medienzentrum aufgebaut, wo auch für alle drei Beachvolleyballplätze (3 Courts) Videokameras installiert wurden, weil von dort aus ein Livestream mittels Internet in die ganze Welt ausgestrahlt wird.

Zu Mittag eröffnete der EDSO-Repräsentant Alexandr Romantsov aus Russland auf der VIP-Bühne hinter den Beachvolleyballplätzen die 4. EDSO-Beachvolleyball-Europameisterschaft. Für Österreich marschierten die zwei Sportler, Bernie und Bene, ganz vorne rundherum quer durch die Volleyballplätze. Hinter ihnen sind weitere Teams aus 15 Nationen. Zum Abschluss dieser Zeremonie wurde eine Performance von einem Damen-Cheerleader-Team durchgeführt.

Das Team-Duo Bernie und Bene durfte nachmittags die Sandplätze betreten und spielte gegen die Polen Luszczewki / Patola. Leider haben sie keinen guten Tag erwischt und mussten sich mit zwei Sätzen 19:21 und 17:21 knapp geschlagen geben.

4. Tag: Dienstag, 14. August 2018:

Zwei Gruppenspiele in der Gruppe A standen noch aus, um eventuell noch in die Finalrunde der besten Acht zu kommen.
Die Gegner des ersten Spieles zu Mittag waren die Tschechen Zidek / Bambas. Die beiden sind sehr jung, und zwar 15 und 16 Jahre alt. Einer von beiden ist der Sohn vom jetzigen Trainer des dortigen tschechischen Nationalteams, der früher ebenfalls erfolgreich an internationalen Beachvolleyball-Wettkämpfen teilgenommen hat. Der erste Satz war hochspannend wie in einem guten Kriminalfilm, die Österreicher waren sehr motiviert, und spielten besser als einen Tag zuvor. Leider mussten sich Bernie und Bene knapp mit 23:25 geschlagen geben. Man hofft auf den zweiten Satz, denn man bemerkte schon einen Aufwärtstrend bei diesen Spielern. Trotzdem behielten die jungen Tschechen die Nerven und gewannen schlussendlich mit 21:16. Man muss mit diesen Jungen für die Zukunft rechnen, denn sie haben großes Potenzial sich weiterzuentwickeln.

Beim Abschluss der Gruppenspiele am späten Nachmittag trat das Österreicher-Duo gegen die ukrainischen Spitzensportler Tarasov / Poltoratskyi an. Unser Team musste leider eine Niederlage mit den Sätzen 9:21 und 12:21 hinnehmen. Trotzdem haben sie sehr gut gespielt, denn die beiden Ukrainer waren Sieger bei den Deaflympics 2013 in Sofia, und gewannen viele Medaillen bei bedeutenden internationalen Beachvolleyball-Wettkämpfen.
Nicht zu vergessen ist, dass die beiden als Profi bezeichnen werden können. Denn ihr Job ist Sportler. Sie trainieren jeden Tag sechsmal in der Woche, pro Tag durchschnittlich etwa vier Stunden und sie beziehen ihr Gehalt als Beachvolleyballspieler, es ist also ihr Beruf. Die Österreicher sind keine Vollzeitsportler und verdienen ihr Gehalt in einem regulären Job. Trotzdem haben sie einige Punkte in diesem Wettkampf erobert. Hut ab.

Schlussendlich nach drei Niederlagen in der Gruppe A müssen Bernie und Bene mit den Platzierungsspielen von Platz 9 bis 16 vorlieb nehmen. Die Gegner werden noch ermittelt, denn morgen gibt es noch die restlichen Gruppenspiele. Es wird entweder Türkei oder Polen 2.

5. Tag: Mittwoch, 15. August 2018:

Wie in den vergangenen Tagen gab es unmittelbar vor Wettkämpfen immer ein Training am Beachtrainingsplatz ganz in der Nähe des schönen blauen Flusses Dnjepr, wo es weite Sandstrände gibt. In diesem Strom kann man auch schwimmen, auch unsere Sportler und Trainer erfrischen sich mal im Fluss . Ebenso standen täglich Warm Ups mit Trainer Markus und Physiotherapeutin Theresa auf dem Programm.

Heute war das Duo aus der Türkei unser Gegner für die Platzierungsspiele von Platz 9 bis 16. Das Beachvolleyball-Paar zeigte eine starke Leistung, wobei weniger Eigenfehler gemacht wurden. Des Weiteren wurde die vorgegebene Taktik des Trainers gut umgesetzt, wobei die Türken ihren Spielfluss nicht wirklich finden konnten. Der Spielaufbau bei den Österreichern funktionierte an diesem Tag endlich einwandfrei, ebenso wurde das Service (Aufschlag) gegenüber den letzten Tagen stark verbessert. Das Ergebnis hat sich für die Männer aus der Alpenrepublik gelohnt, und sie siegten klar in zwei Sätzen mit 21:10 und 21:15 gegen die Türkei.

Morgen, Donnerstag, warten die Weißrussen Litvinka / Drabenok auf uns. Das Spiel beginnt um 11.45 Uhr MESZ. Danach gibt es ein weiteres Spiel am gleichen Tag gegen Tschechien eins oder Tschechien zwei. Im schlimmsten Fall gäbe es einen 12. Platz, im besten Fall einen neunten Platz. Daher lebt die Chance auf den 9. Platz. Wir drücken Bernie und Bene die Daumen für ihre herausfordernde Mission.

6. Tag: Donnerstag, 16. August 2018:

Bernie und Benedikt gewinnen 2:0 (21:18, 24:22) gegen Weißrussland und kämpfen sich so in das Play off um den 9. Platz.

Es kommt zu einer erneuten Begegnung gegen die jungen Tschechen aus der Gruppenphase.
Ihnen ist die Revanche gelungen, sie konnten die Tschechen nach einem hochdramatischen Thriller knapp mit 2:1 niederringen.

Nun sind die Österreicher unter den neun besten gehörlosen Beachvolleyball-Teams Europas zu finden.

Herzliche Gratulation zum tollen sportlichen Erfolg

 

Die Spiele werden alle live übertragen: http://www.edbvc2018.deafsport.org.ua/

 

9. Platz für unsere Beachvolleyballer bei der EM Beachvolleyball in Kiev/Ukraine
Rot Weiss Rot Sportministerium Sporthilfe BSO OEBSV NADA